Eleven Scars
Die im Albumtitel vermerkten elf Narben lassen sich natürlich nur bedingt
auf die Gesamthistorie von My Inner Burning übertragen, denn so viele Schlachten
haben die fünf Niedersachsen (Becky Gaber, Gesang; Torsten Sauerbrey, Gitarre;
Jörg Janssen, Gitarre & Shouts; Daniel Pietrzak, Bass und Niklas Kahl,
Schlagzeug) in ihrer jungen Karriere verständlicherweise noch nicht geschlagen.
Indes: Hört man ihren kraftstrotzenden Metal, so kann man sicher sein,
dass diese Band noch so manch triumphalen Sieg davontragen wird. Der Kampfwille
stimmt, zudem präsentieren My Inner Burning mit ihrem zweiten Album Eleven
Scars (VÖ. Deutschland: 25. März 2011, Europa: 28. März 2011)
ein erstaunlich reifes Werk mit einer nochmaligen Steigerung zu ihrem ebenfalls
nicht eben leichtgewichtigen 2009er Debüt. Eleven Scars klingt grooviger
und auch noch etwas düsterer als "My Inner Burning".
Die musikalische Ausrichtung der Gruppe ist fernab von Klischees
oder halbgarer Trends. Bewusst vermeiden My Inner Burning das immer wiederkehrende
Schema ´Schneller – härter – lauter` und überzeugen
stattdessen mit facettenreichen Songs, tief gestimmten Gitarren und großen
Melodien, die sowohl kraftvoll als auch sanft daherkommen. „Wir machen
unmissverständlich Metal“, so die Botschaft der Band, "allerdings
findet man bei uns auch Elemente von Gothic, Rock und Pop.“
Dass dabei vor allem Becky Gaber im Mittelpunkt des dynamischen Klangtreibens
steht, merkt der Zuhörer schon nach wenigen Takten. An der Sängerin
orientieren sich alle Instrumente, ihre Stimme gibt den Songs die Eindringlichkeit.
Auf Eleven Scars thematisiert Becky Gaber elf einschneidende Geschichten – und damit ist auch der Bezug zum Albumtitel hergestellt – über zerbrochene Freundschaften, unglückliche Liebe und andere Beziehungsdramen. Eleven Scars ist kein Konzeptalbum, sehr wohl aber eine Scheibe mit einem textlich roten Faden. Auch deshalb klingt dieses Werk wie aus einem Guss.
Zum hervorragenden Eindruck trägt zudem der energetische
Sound der Scheibe bei, die im ´MetalSound`-Studio
in Osterode/Harz aufgenommen und von Torsten Sauerbrey gemischt wurde. Der Gitarrist
ist generell eine der tragenden Figuren der Band: Von ihm stammt der Großteil
der Songs, Sauerbrey hat das Album als Toningenieur und Produzent betreut. Abgerundet
wird dies gelungene Werk übrigens durch ein sehenswertes Artwork des Hannoveraner
Fotografen Martin Huch,
der schon Größen wie die Scorpions, Heinz-Rudolf Kunze oder BAP ablichtete
und mit Becky Gaber als Cover-Motiv ein besonders stimmungsvolles Artwork kreiert
hat. Also alles auf Topniveau bei dieser Band, die (sicherlich nicht ganz unerwünschten)
Narben werden deshalb mit der Zeit von allein kommen.
Historie
Grundsteinlegung für MY INNER BURNING war im Mai 2008.
Damals noch zu zweit (Nik und Sauer), nahm man das erste Demo "Fuck you
all" noch unter dem Bandnamen The Core auf. Schnell wurden ein Bassist
(Cliff) und ein zweiter Gitarrist und Shouter gefunden (Deibl). Die Suche nach
einem passenden Sänger/in gestaltete sich jedoch etwas schwieriger.
Erst im November 2008 wurde mit Becky die perfekte Besetzung für den Gesangsposten
gefunden und das erste Demo konnte fertig gestellt werden. Dieses schlug bereits
in kürzester Zeit hohe Wellen in der Szene und nach einigen erfolgreich
absolvierten Auftritten machte man sich im Juni/Juli 2009 schon an die Aufnahmen
zum ersten selbstbetitelten Longplayer.
Im August entschloss man sich den Bandnamen in MY INNER BURNING zu ändern.
Nach einigen Verhandlungen mit diversen Plattenfirmen unterschrieb man schließlich
im Oktober einen Deal bei SAOL/CMM, die das Album am 13.11.2009 in die Läden
stellten.
Nach überaus positiven Resonanzen seitens der Presse und der Fans, bekam
die Band ein Angebot für eine Tour durch Griechenland, das man sehr gerne
annahm. Im Februar 2010 absolvierte man diese, was für die Band zu einem
großen Triumphzug wurde.
Nach etlichen weiteren Clubshows und Festivals in ganz Deutschland, wo man u.a.
mit DORO, Subway to Sally und Overkill neben vielen weiteren Bands spielte,
schrieb man bereits eifrig an neuen Songs, die im Sommer 2010 auf eine Promo-CD
gebannt wurden, mit der man schließlich einen Plattenvertrag bei Steamhammer/SPV
ergattern konnte.
Die Aufnahmen für das zweite Album ("Eleven scars") erfolgten
dann bereits wenig später im Oktober/November 2010. Ende März 2011
steht dieses Album europaweit in den Läden.